Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 05: Unterschied zwischen den Versionen

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"Das war nicht klug!", sagte Richeza, nachdem sie sich wieder gefasst hatte und nickte in Richtung des Fensters, aus dem das Büchlein geflogen war. Das Fenster nämlich ging zur Vorderseite des Turmes hinaus, und möglicherweise war es Dom Hernán und seinen Leuten geradewegs auf die Köpfe gesegelt. Um deren Köpfe aber machte sich die Edle weit weniger Sorgen, als dass das Buch weiteren Anlass zum Streit geben könne.
"Das war nicht klug!", sagte Richeza, nachdem sie sich wieder gefasst hatte und nickte in Richtung des Fensters, aus dem das Büchlein geflogen war. Das Fenster nämlich ging zur Vorderseite des Turmes hinaus, und möglicherweise war das Buch Dom Hernán und seinen Leuten geradewegs auf die Köpfe gesegelt. Um deren Köpfe aber machte sich die Edle weit weniger Sorgen, als dass das Schriftstück neuerlichen Anlass zum Streit geben könne.


"Los!", forderte sie Moritatio auf. "Hol es zurück!" Sie stutzte kurz, als ihr auffiel, dass Rifadas Freundlichkeit bereits auf sie abzufärben begann und bemühte sich, zumindest ein Lächeln hinterherzuschicken. "Ich denke, du würdest deiner Mutter damit einen Dienst erweisen."
"Los!", forderte sie Moritatio auf. "Hol es zurück!" Sie stutzte kurz, als ihr auffiel, dass Rifadas Freundlichkeit bereits auf sie abzufärben begann und bemühte sich, zumindest ein Lächeln hinterherzuschicken. "Ich denke, du würdest deiner Mutter damit einen Dienst erweisen."


Während der arme Moritatio wieder einmal lautstark sämtliche Treppen hinunter trampelte, durchsuchten die beiden Frauen die Dachkammer. In Domna Praiosmins Truhe befanden sich noch ein schmuckloser Silberring, eine verwelkte und bei Berührung bröselnde Rosenblüte und der ausführliche Bericht eines Medicus über den Verlauf der Kerkersieche, den die Domna sich [[Annalen:1021|1021]] BF während ihres Aufenthalts in Al'Muktur zugezogen hatte.
Während der arme Moritatio wieder einmal lautstark sämtliche Treppen hinunter trampelte, durchsuchten die beiden Frauen die Dachkammer. In Domna Praiosmins Truhe befanden sich noch ein schmuckloser Silberring, eine verwelkte und bei Berührung bröselnde Rosenblüte und der ausführliche Bericht eines Medicus über den Verlauf der Kerkersieche, den die Domna sich 1021 BF während ihres Aufenthalts in Al'Muktur zugezogen hatte.


Obwohl sie sämtliche Kisten, Bücher und Schriftrollen durchwühlten, konnten die beiden Frauen nirgendwo den Namen 'Tsacharias' finden. Frustriert schleuderte Richeza schließlich die Kiste von Alrike Sensendengler an die Wand, die lautstark zerbarst und einen Regen Hühnerknochen freisetzte. Die Mehlschwalbe, die zum Fenster hineingeflogen war, um hoch oben ihre Jungen zu füttern, ergriff die Flucht und ließ ihre leise piependen Küken zurück.
Obwohl sie sämtliche Kisten, Bücher und Schriftrollen durchwühlten, konnten die beiden Frauen nirgendwo den Namen 'Tsacharias' finden. Frustriert schleuderte Richeza schließlich die Kiste von Alrike Sensendengler an die Wand, die lautstark zerbarst und einen Regen Hühnerknochen freisetzte. Die Mehlschwalbe, die zum Fenster hineingeflogen war, um hoch oben ihre Jungen zu füttern, ergriff die Flucht und ließ ihre leise piependen Küken zurück.
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"Weiter!", sagte Rifada, "unten sind noch mehr Kisten!"
"Weiter!", sagte Rifada, "unten sind noch mehr Kisten!"


Während Rifada die Asservatenkammer im ersten Obergeschoss vornahm. Widmete Richeza sich der Schreibstube im zweiten Stock. Nach einer Weile wurde sie tatsächlich fündig. Kurz darauf kam ihre Tante mit einer Truhe unter dem Arm wieder herauf gestampft.
Während sich Rifada die Asservatenkammer im ersten Obergeschoss vornahm, widmete Richeza sich der Schreibstube im zweiten Stock. Nach einer Weile wurde sie tatsächlich fündig. Kurz darauf kam ihre Tante mit einer Truhe unter dem Arm wieder herauf gestampft.


"Hier steht wirklich was zu Tsacharias", erklärte Richeza, die einen ganzen Stapel Papier in der Hand hatte, der ursprünglich wohl zusammengebunden gewesen war; das Band hing ihr über der Schulter. "Scheint aus einer Hirtenfamilie zu stammen, die rund um Elenta verteilt leben. Er selbst hatte eine Kate am Waldrand, irgendwo auf dem Weg Richtung Selaque. Ist aber schon zwei Jahre her, scheint so, als wäre er vor der Praiotin in die Berge gejagt. Trotzdem: Vielelicht sollten wir uns dort mal um…"
"Hier steht wirklich was zu Tsacharias", erklärte Richeza, die einen ganzen Stapel Papier in der Hand hatte, der ursprünglich wohl zusammengebunden gewesen war; das Band hing ihr über die Schulter. "Scheint aus einer Hirtenfamilie zu stammen, die rund um Elenta verteilt lebt. Er selbst hatte eine Kate am Waldrand, irgendwo auf dem Weg Richtung Selaque. Ist aber schon zwei Jahre her, scheint so, als wäre er vor der Praiotin in die Berge geflohen. Trotzdem: Vielleicht sollten wir uns dort mal um…"


Sie unterbrach sich und hob die Hand um zu lauschen. Jetzt hörte Rifada es auch: Waffenlärm! Da draußen wurde gekämpft!
Sie unterbrach sich und hob die Hand um zu lauschen. Jetzt hörte Rifada es auch: Waffenlärm! Da draußen wurde gekämpft!  


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'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]]


„Anzures?“


„Ja, Herr?“, wandte dieser sich zu Hernán von Aranjuez um, derweil ihn ein Aktenbündel nur ob dieser Drehung haarscharf verfehlte. Auch wenn sich die Gefahr in Grenzen hielt, hatte den Baron sein Instinkt nicht getrogen. Mit hochgezogener Augenbraue hob Anzures Ballan die Kladde auf, blätterte kurz darin, und reichte dann, offensichtlich des Lesens nicht mächtig, die Papiere an den Baron weiter.
„Sieh an, sieh an...“, murmelte dieser, mit bereits nach wenigen Augenblicken des Studierens amüsiert geschürzten Lippen. „Wie’s scheint hat Domna Ligurias Fleiß auch vor Domna Rifada nicht Halt gemacht.“ In diesem Moment polterte Moritatio drinnen geräuschvoll die Treppe herab, und erschein gleich darauf reichlich abgehetzt an der Pforte. Die Bestürzung war ihm ins Gesicht geschrieben, als er sah, dass der Baron von Dubios bereits mehr als einen Blick in die Kladde geworfen hatte. „Verzeiht, aber diese Papiere gehören...“, setzte er an.
„Nicht dir, Bürschchen“, trat Anzures ihm in den Weg. Der junge da Vanya schien einen Moment abwägen zu wollen, ob er sich wirklich mit dem Mann anlegen wollte, oder lieber den Zorn seiner Mutter in Kauf nahm, und entschied sich dann wohl für einen Mittelweg: „Aber...“
Doch der aranjuezer Gefolgsmann schüttelte nur kurz das Haupt, und warf den Umhang über die Schulter. Hier würden allenfalls Klingen sprechen, und man könnte meinen, so etwas wie Enttäuschung in seinem Gesicht zu sehen, als hinter ihm ein „Lass es gut sein, Anzures“ erklang. Hernán von Aranjuez hatte die Kladde geschlossen, und hielt sie Moritatio hin, als vom Dorfrand der Schreckensruf erklang: „Ferkinas!“
Moritatio, der die Akte gegriffen und mit beinahe schützender Geste an seine Brust gepresst hatte, wollte schon los rennen, doch der Baron hielt ihn am Arm zurück. „Seid kein Narr. Wir müssen zusammen bleiben.“, und rief dann über die Schulter zu den Söldlingen: „Alle zu mir!“
Kaum hatte sich die kleine Gruppe in einem lockeren Halbkreis mit dem Rücken zum Inquisitionsturm formiert, stürzten auch schon die ersten Dorfbewohner schreiend zwischen den Katen hervor, die Ferkinas auf den Fersen ...


{{Chronik.Ereignis|Zurück=[[Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 04|Teil 04]]|Chronik:Jahr=Chronik:1033|Ereignisname=Der Ferkina-Feldzug|Teil=Teil 05|Weiter=[[Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 06|Teil 06]]}}
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