Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 15: Unterschied zwischen den Versionen
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Er blickte zu Gendahar und Zaida, was diese dazu zu sagen hatten. | Er blickte zu Gendahar und Zaida, was diese dazu zu sagen hatten. | ||
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„Greif seine Beine, Mädchen! Greif seine Beine!“ zischte Moritatio zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und stemmte sich mit aller Kraft gegen den Felsklotz, der Dom Gendahar und ihm selbst Halt bot, während sie den alten Heiler an einem provisorischen „Seil“ herabließen, das sie aus ihrer aller Gürteln zusammengeknotet hatten. | |||
Dafür, daß er so ein ausgemergeltes Klappergestell war, empfand er den Alten doch als höllisch schwer, den sie zweieinhalb Schritt auf ein tieferes Felsplateau herablassen mussten, wo ihn die kleine Zaida hoffentlich recht bald in Empfang nahm. Der aufgeregt um sie herumspringende Raffzahn machte die Sache nicht einfacher, der dies alles hier offenbar für ein unterhaltsames Spiel seines neuen Menschen-Rudels hielt. | |||
Endlich war der alte Tsajünger offenbar gut unten angekommen und Moritatio und Gendahar konnten ihm selbst hinterher klettern. Die Ostflanke des Berges hatte es in sich und war viel schroffer wie die Westflanke, von der sie herkamen. Alle Kletterei bis hierher mutete an wie ein Praiostagsspaziergang gegen die Wand, die nun vor ihnen in die Höhe wuchs. Nahezu senkrecht – fast zweihundert Schritt bis zum nächsten eingekerbten Plateau, auf dem einige dürre Krüppelkiefern wuchsen. | |||
„Quo vadis, Alter?“ schüttelte Moritatio den Kopf. „Wenn wir da hinaufwollen, müssten wir einen Drachen fangen, der uns hinaufträgt – oder kannst Du vielleicht auch im Lotossitz durch die Lüfte fliegen wie Dein Bekannter bei den Ferkinas?“ | |||
„Nein, nein – nicht da rauf!“ schüttelte Tsacharias Krähenfreund den Kopf, so leise flüsternd, dass man ihn kaum vestehen konnte. „Wir sind fast da! Der Eingang zur Geisterhöhle der Bani Khadr müsste gleich dort hinten liegen, wenn mich meine Erinnerung an diesen Ort nicht trügt." | |||
„Mir scheint es aber, als wäre es genau so!“ kräuselte Moritatio die Stirn. „Hier gibt es nichts außer dünner Luft, Wolken und nacktem Fels! Nicht mal Vögel oder dergleichen sieht man hier!“ | |||
Raffzahn stellte mit einem Mal seine spitze Ohren auf und ging geduckt mit leisem Knurren einige Schritte ostwärts, bis ihn Zaida an seinem Halsband zu packen bekam und ihn zurückhielt, dass er sich nicht noch zu Tode stürzte, womit Moritatio auf dem Weg hierher schon mehrfach gerechnet hatte. Aber für einen so großen Hund konnte er wirklich verblüffend gut klettern, als ob er sich selbst für eine Gemse hielt. | |||
„Was hat er schon wieder?“ folgte Moritatio der Blickrichtung des Hundes – und warf sich dann augenblicklich auf den Boden, als auch Zaida vor ihm rasch in Deckung ging unf hinter einen Felsbrocken abtauchte. Mit kurzer Verzögerung kniete auch Gendahar nieder – der alte Heiler lag ja sowieso bereits am Boden. | |||
„Ein junger Mann!“ flüsterte Moritatio erklärend dem Thangolforster zu, der diesen wahrscheinlich selbst gar nicht gesehen hatte. „Schwarz gekleidet, mit langem hellblondem Haar. Er stand ganz kurz vor den Felsen dort drüben – jetzt ist er verschwunden! Entweder er muss sich in Luft aufgelöst haben oder aber – was ich eher glaube – es gibt dort drüben wirklich eine Höhle, aus der er kurz hervorgetreten war. | |||
Jetzt ist er scheinbar wieder im Inneren des Berges verschwunden. Aber welcher Mittelländer treibt sich in Zeiten wie diesen allein auf einem Ferkina-Berg herum, wenn er nicht auch nach etwas sucht wie wir oder ein verwirrter Eremit ist wie unser Tsacharias hier ? Wohl nur jemand, der Übles im Schilde führt!“ | |||