Chronik.Ereignis1033 Feldzug Selaque 28: Unterschied zwischen den Versionen
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"Schnell, rein da!", stieß Richeza keuchend hervor. Der Regen verschluckte ihre Worte, und so drängte sie sich an Moritatio vorbei ins Trockene. Die Vorhalle war leer, und so lehnte sie sich einen Moment lang gegen die Wand. Der schnelle Lauf hatte sie über die Maßen angestrengt, und ihr schwindelte schon wieder. Sie schloss die Augen und wartete, bis ihr wilder Herzschlag sich verlangsamte, dann stieß sie sich von der Wand ab. Die nassen Kleider und Stiefel tropften und hatten bereits eine Pfütze gebildet. "Wohin, Mo?", fragte sie leise. "Such uns 'nen sicheren Raum. Und was zu Essen. Ich vergehe vor Hunger!" | "Schnell, rein da!", stieß Richeza keuchend hervor. Der Regen verschluckte ihre Worte, und so drängte sie sich an Moritatio vorbei ins Trockene. Die Vorhalle war leer, und so lehnte sie sich einen Moment lang gegen die Wand. Der schnelle Lauf hatte sie über die Maßen angestrengt, und ihr schwindelte schon wieder. Sie schloss die Augen und wartete, bis ihr wilder Herzschlag sich verlangsamte, dann stieß sie sich von der Wand ab. Die nassen Kleider und Stiefel tropften und hatten bereits eine Pfütze gebildet. "Wohin, Mo?", fragte sie leise. "Such uns 'nen sicheren Raum. Und was zu Essen. Ich vergehe vor Hunger!" | ||
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
Aus dem rechts von der Eingangshalle abgehendem Zimmer - dem großen Speisesaal der Burg - waren gedämpfte Gesprächsfetzen zu hören. Darum deutete Moritatio die Treppe hinunter, die ins Kellergeschoss des Palas hinab führte. Er ging selbst voran und achtete darauf, dass ihm Raúl und Richeza zügig und vor allem möglichst geräuschlos folgten. Dort unten lagen der Haupt-Vorratsraum der Burg, ein Arbeitszimmer für die Dienerschaft und sechs oder sieben kleine Kammern, die normalerweise von ihrem Gesinde bewohnt wurden. | |||
Da es sich Praiosmins Schergen, so wie er sie einschätzte, sicher vor allem in den herrschaftlichen Gemächern im Obergeschoss breit gemacht hatten, wie es wohl fast alle Eroberer einer fremden Burg tun würden, waren die Chancen, dass sie hier unten in den armseligen, karg möblierten Kammern in jemanden hineinliefen, weitaus geringer. Früher oder später würde er sich aber doch in sein eigenes Gemach im ersten Stock schleichen - schon um endlich einmal wieder seine Gewandung zu tauschen und sein zerbrochenes Rapier durch seine Zweitwaffe zu ersetzen. Gnade dem- oder derjenigen, die er dann in seiner Kammer antraf! Wenn auch nur ein wertvolles Stück fehlte, dann sollten ihn diese Selaquer Tölpel einmal richtig kennenlernen! | |||
Er blieb abrupt stehen, wodurch ihn seine Cousine von hinten anrempelte. Sie standen vor der Tür der Vorratskammer, die zum Schutz vor Ratten und Mäusen besonders gut schloss und auch immer verschlossen gehalten wurde. | |||
"Wir sind da!", verkündete er feierlich im Flüsterton. "Wenn diese Halunken nicht so gefräßig sind wie ein Rudel Wölfe, dann werden wir hier drin genug vorfinden, um uns notfalls auch mehrere Wochen lang mehr als sattessen zu können." | |||
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Einen Wasserlauf später saßen sie in einer der Gesindekammern auf den Betten und ließen es sich gut gehen. Sie hatten einige Krüge Bier und Wein, Wurst, Schinken, Käse, geschroteten Hafer und Honig und einen kleinen Topf eingemachte Kirschen in das Zimmer getragen, um weitere Gänge in die Vorratskammer zu vermeiden und so die Gefahr zu verringern, den Schergen der Elenterin zufällig in die Arme zu laufen. | |||
Die nassen Kleider störten, aber zum ersten Mal seit Tagen konnten sie sich satt essen, auch wenn sie kein Brot gefunden hatten. Eine Weile kauten sie schweigend und hingen ihren Gedanken nach. | |||
"Wie merken wir hier unten, wann deine Mutter und deine Schwester mit den Soldaten kommen?", fragte Richeza dann. | |||