Chronik.Ereignis1033 Feldzug Selaque 30: Unterschied zwischen den Versionen

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Im nächsten Augenblick wurde der Schädel des Monsters von einem langen Schaft durchbohrt und ein Schwall Ogernbluts ergoss sich auf Anzures. Gerade konnte er sich zur Seite werfen, bevor der massige Körper zu Boden fiel - eben dort, wo er gerade noch gelegen hatte.  
Im nächsten Augenblick wurde der Schädel des Monsters von einem langen Schaft durchbohrt und ein Schwall Ogernbluts ergoss sich auf Anzures. Gerade konnte er sich zur Seite werfen, bevor der massige Körper zu Boden fiel - eben dort, wo er gerade noch gelegen hatte.  


Als sich die Wolke aus Blut und Staub gelegt hatte, sah er einen gepanzerten Ritter, dessen zielgenau platzierte Lanze soeben den Jungoger über das Nirgendmeer befördert hatte, oder woimmer Oger nach ihrem Ableben gehen mochten. Der Reiter, unter dessen Helm blondes Haar hervor lugte, wendete sein Ross und hielt wieder auf Anzures zu.
Als sich die Wolke aus Blut und Staub gelegt hatte, sah er einen gepanzerten Ritter, dessen zielgenau platzierte Lanze soeben den Jungoger über das Nirgendmeer befördert hatte, oder wo immer Oger nach ihrem Ableben hingehen mochten. Der Reiter, unter dessen Helm blondes Haar hervor lugte, wendete sein Ross und hielt wieder auf Anzures zu.


"Sitzt auf", rief der Mann ihm zu, "wenn Ihr nicht als Carpaccio enden wollt!"
"Sitzt auf", rief der Mann ihm zu, "wenn Ihr nicht als Carpaccio enden wollt!"
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'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]]
 
Und wiederum hatte ihn sein Glück nicht im Stich gelassen. Woher der Reiter so plötzlich gekommen war, wer sich unter dem Visier verbarg, und mit welchen Farben er es hielt, war einerlei, Hauptsache dem Oger im letzten Moment entkommen! Da nahm man auch gerne einen Schwall wenig wohlriechendes Ogerblut in Kauf, sodass sich neben dem Weiß der weit aufgerissenen Augen auch kurz das Weiß eines bleckenden Grinsens im schwarzklebrigen Antlitz mischte. Die Aufforderung aufzusitzen brauchte der Reiter nicht zweimal zu sagen. Auf ein Knie gestützt, schob Anzures die Klinge in seinen Stiefelschaft, stemmte sich stöhnend hoch – eindeutig war er zu oft über seinen gebrochenen Arm gerollt – und hielt den gesunden Arm dem heranbrausenden Reiter entgegen gestreckt, bereit mit letzter Kraft und hoffentlich ein wenig gnädiger Mithilfe hinter ihm auf die Kruppe des Rosses zu springen …


Und wiederum hatte ihn sein Glück nicht im Stich gelassen. Woher der Reiter so plötzlich gekommen war, wer sich unter dem Visier verbarg, und mit welchen Farben er es hielt war einerlei, Hauptsache dem Oger im letzten Moment entkommen. Da nahm man auch gerne einen Schwall wenig wohlriechendes Ogerblut in Kauf, sodass sich neben dem Weiß der weit aufgerissenen Augen auch kurz das Weiß eines bleckenden Grinsens im schwarzklebrigen Antlitz mischte. Die Aufforderung aufzusitzen brauchte der Reiter nicht zweimal zu sagen. Auf ein Knie gestützt, schob Anzures die Klinge in seinen Stiefelschaft, stemmte sich stöhnend hoch – eindeutig war er zu oft über seinen gebrochenen Arm gerollt – und hielt den gesunden Arm dem heranbrausenden Reiter entgegen gestreckt, bereit mit letzter Kraft und hoffentlich ein wenig gnädiger Mithilfe hinter ihm auf die Kruppe des Rosses zu springen…


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Ohne lang zu überlegen, nahm Yegua Eskariel seinen Kompositbogen vom Rücken und zog einen Pfeil aus dessen Köcher. In ihrer Zeit bei den [[Aguerridos]] war sie immer eine der besten Schützinnen des Terzios gewesen - nun war der rechte Moment zu überprüfen, ob dies noch immer so war...
Ohne lang zu überlegen, nahm Yegua Eskariel seinen Kompositbogen vom Rücken und zog einen Pfeil aus dessen Köcher. In ihrer Zeit bei den [[Aguerridos]] war sie immer eine der besten Schützinnen des Terzios gewesen - nun war der rechte Moment zu überprüfen, ob dies noch immer so war...
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'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
Gendahar ergriff den Arm des Mannes und zog ihn hoch. Beinahe hätte es ihn selbst vom Pferd gerissen. Früher hatte er jemanden aus vollem Gallop auf sein Ross hieven können, aber zugegebenermaßen waren das schon damals zarte Domnatellas gewesen, die er zeitweilig der ihm zürnenden Sippe entführen wollte, und kein ausgewachsener Kriegsmann. Er musste sein Pferd nahezu vollständig parieren, damit der Mann nicht gleich wieder herunter fiel, aber mit gemeinsamen Kräften gelangen es ihnen. Allerdings baumelte der Mann nun wie ein nasser Sack quer über dem hinteren Teil des Pferderücken, weitaus weniger graziös als einst die Donmnetallas.
Die Aktion hatte viel zu weit gekostet und schon war ein weiterer Oger, diesmal ein riesiges ausgewachsenes Exemplar, bis auf wenige Schritt heran gekommen. Gendahar gab seinem Pferd die Sporen, dass trotz der doppelten Last wie wild davon schoss, den Gestank des Ungeheuers kaum noch ertragend.
Gendahar blickte sich um, während er auf das andere Dorfende zuhielt. Er hatte genug Zeit gehabt, die Siedlung zu studieren, während er es aus seinem Versteck in den Büschen am rahjawärtigen Hang beobachtet hatte. Ihm war gleich aufgefallen, dass kaum Menschen in dem Ort zu sehen waren. Dann waren plötzlich der arme Mann hinter ihn und die wütenden Oger erschienen, aber noch immer war mirgendwo ein Zeichen von Richeza, wegen derer er den ganzen Weg aus Schrotenstein wie der Wind hierher geritten war.
Selbst wenn es ihm gelingen sollte, den Ogern zu entkommen, konnte er nicht einfach fort reiten. Sicher lag Richeza in einem Verlies tief unterhalb des Castillos, wo sie zwar sicher vor den Ogern, aber nach wie vor in den Händen der Schergen Praiosmins war.