Chronik.Ereignis1033 Feldzug Selaque 28: Unterschied zwischen den Versionen
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Er gab sich alle Mühe, seine Stimme tief, männlich und bedrohlich klingen zu lassen. | Er gab sich alle Mühe, seine Stimme tief, männlich und bedrohlich klingen zu lassen. | ||
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'''Autor:''' [[Benutzer:von Scheffelstein|von Scheffelstein]] | |||
Richeza starrte den jungen Mann an und versuchte, sich aus seinen Worten einen Reim zu machen. Konnte man ihm trauen? Sie hatte Hunger und Durst, und ihre Gedanken irrten wie im Nebel umher. Irgendwas an dem, was er sagte, berührte etwas in ihrem Geist, verhallte wie der Klang eines Hornes im Dunst. Sein Name. Seine Name – wo hatte sie ihn schon einmal gehört? | |||
Richeza ließ die Decke los und griff nach dem Wasserkrug neben der Kerze, führte ihn mit zittriger Hand an ihre Lippen, ungeachtet der Tropfen, die ihr Kinn herab und über ihre Brust rannen. Sie stellte den Krug ab, lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und schloss die Augen. In ihren Schläfen pochte es dumpf, und sie war müde. Wenn sie nur nicht so unendlich langsam wäre, als sei ihr Körper der einer Puppe, den sie erst an Fäden ziehen musste, damit er sich bewegte und als sei ihr Geist weit entfernt in einem Traumland, in dem all das hier nicht wirklich war! | |||
Gut, dass ihre Tante sie nicht so sehen konnte, sie würde sich ihrer schämen! Eine da Vanya, Richeza, du willst eine da Vanya sein? | |||
Wieder klang etwas in ihrem Geist an, eine Saite, von zarter Hand berührt und sofort wieder verstummt. | |||
"De Vargas", murmelte sie. Ihr war, als hörte sie die Stimme ihrer Tante diesen Namen sagen. Aber wann? Aber wo? War er ein Feind? Ein Freund? | |||
"Rifada da Vanya", sagte sie und war sich selbst nicht sicher, ob sie die Worte an den Fremden, an ihren Vetter oder die Götter richtete. "Wo ist sie?" | |||